Fallstudie: CFC-Chargiergestelle im Vergleich zu Gussgestellen

Weniger ist mehr - Leichtigkeit, die es in sich hat

In der Automobilindustrie ist das Einsatzhärten ein Standardverfahren zur dauerhaften Erhöhung der Verschleiß- und Ermüdungsfestigkeit von Antriebskomponenten. Gleichzeitig stehen Wärmebehandlungsbetriebe unter hohem Druck: Liefertermine müssen trotz Vollauslastung eingehalten werden, idealerweise ohne in neue Anlagen zu investieren. In der Praxis limitiert dabei häufig nicht der Ofen selbst, sondern die Chargierung: Gewichtslimits, Packungsdichte, Handling und Prozessstabilität bestimmen, wie viele Teile pro Ofenlauf tatsächlich behandelt werden können.

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Hintergrund

Beim Einsatzhärten werden Stahlbauteile zunächst in einer kohlenstoffhaltigen Atmosphäre „aufgekohlt“ und anschließend abgeschreckt. In dieser Fallstudie erfolgte die Behandlung in einem Mehrzweckkammerofen per Gasaufkohlung mit Ölabschreckung.

Überblick

Branche:

Automobilindustrie/ Lohn-Wärmebehandlung

Verfahren:

Einsatzhärten

Lösung:

Entwicklung und Einsatz eines leichten, robusten CFC-Gestells 

Leistungen:

  • Individuelle und Anforderungsliste
  • Auswahl des optimalen Werkstoffs
  • Individuelles  Engineering und Entwicklung 
  • Fertigung

Ergebnis:

  • Deutlich höhere Bauteilstückzahl pro Ofenlauf
  • Minimierte Totmaße durch geringeres Eigengewicht
  • Leichteres Handling durch geringeres Eigengewicht
  • Problemlose Integration in bestehendes Ofensystem möglich

Die Herausforderung

Viele unserer Kunden arbeiteten vor unserer Zusammenarbeit mit schweren  Chargiersystemen aus Guss. Das Problem: Die Stückzahlen der Bauteile pro Charge sind oft nicht ausreichend um langfristige, wirtschaftliche Ziele zu erreichen. Der Engpass liegt in der „Totmasse“ der Gestelle: Je schwerer das Trägersystem, desto weniger Bauteile können innerhalb des vom Ofenhersteller angegebenen und limitierten Chargengewichts pro Lauf mitfahren. Gleichzeitig müssen Werkstückträger robust sein und prozesssicher funktionieren.

Die konkrete Aufgabe

Ziel ist es, mehr Bauteile pro Ofenlauf zu behandeln ohne die Ofenanlage umzubauen oder das limitierte Chargengewicht der Anlage zu überschreiten. Dafür ist ein Chargiergestell nötig, das:

  • eine höhere Packungsdichte (Teile pro Lage/Charge) ermöglicht
  • in die bestehende Infrastruktur (Be-/Entladeplätze, Transport) integrierbar ist 
  • prozesssicher betrieben werden kann
  • eine lange Lebensdauer hat 
  • und im Handling sicher beherrschbar ist

Die Umsetzung

Auf Basis der vorgegebenen Rahmenbedingungen, wie Ofenparameter, Bauraum und Bestückungsvorgaben wird ein maßgeschneidertes Werkstückträgersystem für den Kunden konzipiert.

 

Abhängig von Temperatur und Prozessgasen trifft das Engineering die Materialauswahl. Im Konstruktionsprozess wird das Gestell den Ofenparametern angepasst und die zu erwartenden Einflüsse auf das Gestell mit Hilfe von FEM-Analysen simuliert.
Daraus entsteht das finale Design des CFC-Gestells, welches in der Fertigung von Graphite Materials produziert und fertig montiert an den Kunden ausgeliefert wird.

Prozessergebnisse

Durch den Wechsel von Gussgestellen auf CFC-Gestelle , kann jetzt die Stückzahl pro Charge bei gleicher Ofenkapazität deutlich gesteigert werden. Gleichzeitig sorgt das spürbar geringere Gestellgewicht für ein einfacheres und sichereres Handling durch die Mitarbeiter der Produktion.

Produktionscharge aus CFC-Werkstückträgern (Quelle: HEAT Holding)

Das Ergebnis

Einer unserer Kunden hat durch die Umstellung von Guss auf CFC-Gestelle nachweislich folgende Ergebnisse erzielen können:

  • Chargenstückzahl um 87% erhöht: von 2.304 auf 4.312 Teile pro Charge
  • Gestellmasse um 62% reduziert: von 633 kg (Guss) auf 240 kg (CFC) – 393 kg weniger Totmasse.
  • Mehr Bauteilmasse im Ofen nutzbar: Teilemasse pro Charge von 640 kg auf 1.199 kg (+559 kg).
  • Gewichtslimit beser ausgenutzt: beladene Charge 1.440 kg (CFC) vs. 1.274 kg (Guss) bei max. 1.500 kg.
  • Kapazitätsgewinn im Auftrag: Gesamtprozesszeit für die Zielstückzahl (Beispiel: 5 Mio. Stück) um 50 % reduziert (auf 14.000 h).
  • Besseres Handling & Arbeitssicherheit: deutlich geringere physische Belastung, höhere Mitarbeiterakzeptanz; Be-/Entladung wird schneller und besser standardisierbar.
  • Praxisbewährt: System nach 8 Monaten / ca. 200 Ofenfahrten im Einsatz bewährt; beschädigte Elemente konnten bei Bedarf ausgetauscht und die Funktion vollständig wiederhergestellt werden.

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